14. – 16. Juli Slovakiaring GT4 European Series

Vom 14. – 16. Juli wurde in der Slowakei das vierte Rennwochenende der GT4 Europameisterschaft ausgetragen.

Ich startete wie immer mit viel Motivation und einer sehr guten Vorbereitung in das Wochenende welches für mich schon am Mittwoch mit der Anreise begann.
Am Mittwoch angekommen, konnte ich es dann schon kaum erwarten endlich auf die Strecke zu gehen und den ersten ,,Track Walk“ zu absolvieren.

Ein Testtag welcher 10 Tage vor dem Slovakiaring Rennwochnende durchgeführt wurde, konnte ich leider aus finanziellen und zeitlichen Gründen nicht bestreiten.

Der Slovakiaring gehört zu den anspruchvollsten und schnellsten Rennstrecken Europas und ist mit einer Länge von 5900m ziemlich lang.
Der Slovakiaring gehört zu meinen Lieblingsstrecken, weil der Kurs technisch extrem viel von Fahrer und Auto abverlangt und man für eine schnelle Runde nicht nur den Gasfuss braucht, sondern auch Geduld, Feingefühl und Ausdauer.

Unser Wochenende war das wohl verrückteste Rennwochenende das ich jemals im Motorsport erlebt habe.

FP1/FP2

Das Wochenende startete für uns sehr gut, wir konnten in den freien Trainings sehr viel Daten sammeln und uns ein gutes Setup für das Qualifying zusammenstellen.

Da die Autos der Marke KTM in den freien Trainings alle ziemlich weit vorne in der Rangliste vertreten waren, ging es nicht lange und wir wurden wie immer mit Gewicht und Setup-Einstellungen eingeschränkt und bestraft.
Natürlich waren wir mit dieser Entscheidung nicht zufrieden, weil wir wussten, dass die anderen Teams nicht ihr volles Potential zeigten und dadurch auch keine Balance of Performance Verschlechterung  erhielten.

Wie auch immer, wir mussten uns wieder einmal gegen den Kampf um die Balance of Performance geschlagen geben und die Zusatzgewichte in kauf nehmen.

Qualifying

Im Qualifying konnte ich trotz der schlechten Balance of Performance P3 (+ 0,2sec. auf P1) herausfahren und war damit super zufrieden.
Leider wurde mir meine beste Zeit gestrichen, weil ich im freien Training eine gelbe Flagge fälschlicher Weise ignorierte.
Mit der gestrichenen Runde wurde es immerhin noch P5 von 31 Fahrzeugen.

Nach dem Qualifying wurden alle KTM Fahrzeuge von der GT4 Organisation von beiden Qualifying Ergebnissen disqualifiziert.
Die Begründung war: 
– Turbo Ladedruck Überschreitung
– Radsturz über 2°

Unser Team konnte aber zusammen mit einem offiziellen FIA Steward beweisen, dass die beiden bemängelten Punkte Regel konform waren und fanden zudem heraus, dass das Messgerät der GT4 Organisation eine Fehlkonstruktion war und wir zu unrecht bestraft wurden.

Die GT4 Organisation sah keine Schuld bei sich und liess sich auch nicht auf Diskussionen über eine Aufhebung der Disqualifikation ein.

Das bedeutet für alle KTM Fahrer die beiden Rennen von ganz hinten starten zu müssen.

Race 1

Das erste Rennen startete ich und übergab dann in der Halbzeit das Fahrzeug an meine Teamkollegin.
Gestartet von P28 konnte ich viele Plätze gut machen und kämpfte mich mit schönen und fairen Überholmanövern bis auf P14 nach vorne.
Auf P14 übergab ich dann das Fahrzeug beim Boxenstopp an meine Teamkollegin, welche das Rennen auf P13 beenden konnte.

Als wäre es keine Überraschung, hatte die GT4 Organisation auch nach diesem Rennen wieder etwas ,,nicht Regel konformes“ an unseren Fahrzeugen gefunden und uns wieder zu Unrecht von Race 1 disqualifiziert.
Auch diese Bestrafung wurde von einem FIA Steward überprüft und als ungerechtfertigt  befunden, weil unsere Fahrzeuge absolut Regel konform waren.

Race 2

Als unsere Fahrzeuge endlich (nach über 12h) aus dem Parc Férme freigegeben wurden, blieben uns nur noch genau 1h bis zum Start des zweiten Rennens.
Ein Rennfahrzeug in einer Stunde renn-bereit zu machen ist normalerweise unmöglich.
Wie auch immer, das Team von Reiter Engineering brachte alle acht Fahrzeuge zur Startaufstellung und ermöglichte es uns Fahrern doch noch am zweiten Rennen teilzunehmen.

Das zweite Rennen wurde von meiner Teamkollegin auf P28 gestartet.
Sie konnte sicht bis P21 hervorkämpfen und übergab mir dann das Fahrzeug nach ca. 30min.
Mit einem sehr guten und sauberen Boxenstopp konnte ich mich auf die ,,grosse Aufholjagd“ machen. Meine Race-Pace war sehr schnell und ich konnte mich bis sechs Minuten vor ende des Rennens bis auf P4 hervorkämpfen.
Ich war gerade daran einen Angriff auf den drittplatzierten zu starten, als dann das Safety Car wegen einen Unfalls auf die Strecke kam.
Das Rennen wurde unter Safety Car beendet und es war mir daher nicht mehr möglich den schon fast sicheren Platz auf dem Podium einzufahren.

Aber auch so, ein Rennen auf P28 starten zu müssen, um es dann auf P4 zu beenden machte mich mächtig stolz.

Ich will nicht darüber nachdenken, wie weit oben ich dieses Wochenende auf dem Podium gestanden wäre, wenn ich nicht von P28 sonder P5 gestartet wäre.

Ich hatte immer schon das Gefühl, dass die GT4 Organisation uns aus welchem Grund auch immer, nicht mag und daher dieses Wochenende auch nicht mehr aus sportlicher Sicht sondern aus persönlichen Gründen gegen uns KTM Fahrer und die Marke KTM mit nicht fairen Mitteln gekämpft hat.

Ich hoffe dass all diese Umstände bis zum nächsten Event in Zandvoort im Rahmenprogramm der DTM Mitte August aus unsere Meisterschaft verschwunden und bereinigt sind, ansonsten wird es für uns als KTM Fahrer zu einer reinen Schikane, welche wir uns nicht mehr länger bieten lassen wollen.

Um das Positive in diesem Wochenende noch einmal hervorzuheben, ich konnte meine Leistung ein weiteres mal extrem gut abrufen und konnte mit einer sehr schnellen Renn-Pace überzeugen.
Ich habe alles mögliche, in meiner Macht stehende abgerufen und bin mit meiner Leistung an diesem Wochenende sehr zufrieden.
Die anderen Umstände kann ich leider nicht beeinflussen.

Ich möchte hier nochmals allen meinen Sponsoren und Unterstützer herzlichst für eure Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.
Ohne euch wäre das alles nicht möglich!

Ein grosses Danke auch an mein Team Reiter Engineering, dieses Wochenende wurden wir gedemütigt und zu unrecht bestraft und dennoch habt Ihr alle motiviert und zum weiter kämpfen angespornt.

Full Focus on Zandvoort!